Last Update am Fr, 02 Okt 2020 11:02:26 +0200 by Andreas Potthoff


Der Raspberry Pi 4 hat viele neue Features und ist das neueste Mitglied in der Raspberry Pi Generation. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass noch kein echtes USB-Booten beim RPi 4 unterstützt wird. Bei älteren Modellen kann man durch das Setzen eines speziellen Bits den RPi so einstellen, dass ein Booten von Massenspeichern via USB möglich ist. Der RPi 4 unterstützt dieses Feature bis jetzt noch nicht. Die Raspberry Pi Foundation gibt an, dass daran gearbeitet wird und in einem zukünftigem Update enthalten sein wird. Jedoch gibt hierzu keinen Zeitplan – und es dauert schon ewig.

Viele Projekte hängen von einer guten Speicherkapazität ab, daher ist Sitzen und Warten kein akzeptable Lösung. Dies ist ein Fallbeispiel für das Booten des Raspberry Pis 4 von der Micro-SD-Karte und dem anschließenden Mounten der USB-SSD. Die Micro-SD-Karte wird in diesem Fall nur als Bootloader (boot) und das USB-SSD Laufwerk als Root-Filesystem (rootfs) verwendet. Verwenden Sie kein Laufwerk mit Daten, da etwas schief gehen könnte und Ihre Daten dann verloren wären, daher empfehle ich eine komplette Neuinstallation.


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1. Raspberry Pi 4 B:

Ich verwende einen Raspberry Pi 4B mit 4 GB RAM für meine Projekte.

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3. Raspberry Pi 4 Netzteil:

Ich verwende das Original USB-Netzteil 5,1V, 3A, schwarz. Bei anderen günstigen Netzteilen (Chinaware) für den Pi 4 kann das bekannte Spulenpfeifen auftreten, darauf wollte ich verzichten, da der Pi 4 als Mediaserver dienen soll. 😉

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4. SSD Festplatte:

Für meine vorläufigen Projekte habe verwende ich folgende SSD:

SanDisk SSD PLUS, 120GB, Sata III, 2.5 Zoll, Interne SSD. Sie gibt sich im Imager als JMicron Generic SCSI Disk Device 120GB aus. Sie können natürlich auch andere interne SSDs verwenden.

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5. SSD Adapter:

Ich habe diesen Adapter von ICY BOX – IB-AC603a-U3 verwendet, der allerdings nur mit USB-Quirks (Deaktivierung des UAS-Modus) funktioniert. Es gibt sehr viele unterschiedliche USB-SSD Adapter auf dem Markt, hierbei muss man ein wenig rumtüfteln um festzustellen ob man den zusätzlichen Treiber benötigt oder nicht. Ihr könnt eure Erfahrungen mit anderen Adaptern gerne in den Kommentaren posten.

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6. Micro-SD-Karte:

Für das reine Booten von der Micro-SD-Karte reicht eine langsame völlig aus. Ich verwende hier eine schnelle Toshiba 16 GB Micro-SD-Karte die ich noch in meinem Sammelsurium gefunden habe. 

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SSD USB-Boot Anleitung:

1. Imager

Für das Flashen der Micro-SD-Karte und der SSD habe ich den Raspberry Pi Imager 1.2 (Windows) von der Raspberry Pi Foundation benutzt. Der Vorteil gegenüber Win32DiskImager und BalenaEtcher ist, dass beim Flashen Ihr gewähltes Image automatisch heruntergeladen und sofort geschrieben wird. Einfacher geht es wirklich nicht mehr. Dieses Programm finden Sie hier zum Download: https://www.raspberrypi.org/downloads/

1.1 Für die weiteren Schritte installieren Sie als erstes den Raspberry Pi Imager.

Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Sie eine identische Kopie der Micro-SD-Karte auf der SSD herstellen. Optionale Änderungen (z.B. WLAN, HDMI) müssen auf beiden Datenträger durchgeführt werden.


2. Micro-SD-Karte vorbereiten:

2.1 Stecken Sie die Micro-SD-Karte in Ihr Lesegerät und starten Sie den Raspberry Pi Imager.

2.2 Wählen Sie Ihr gewünschtes Raspbian aus, hier habe ich Raspbian Full genommen: Raspbian (other) -> Rasbpbian Full

2.3 Wählen Sie jetzt Ihre Micro-SD-Karte aus.

Warnung: Versichern Sie sich zweifach, dass Sie wirklich die Micro-SD-Karte ausgewählt haben. Beim Flashen werden alle Daten auf dem gewählten Datenträger unwiderruflich gelöscht!

2.4 Starten Sie den Prozess mit Write. Dies kann eine Zeit lang dauern.

Danach werden die geschriebenen Daten automatisch mit dem heruntergeladenen Image verglichen. Bitte brechen Sie diesen Vorgang nicht ab, da dadurch eventuelle Fehler auf dem Datenträger erkannt werden.

2.5 Nach dem erfolgreichen Flashen entfernen Sie die Micro-SD-Karte aus dem Lesegerät.

2.6 Beenden Sie den Raspberry Pi Imager und stecken Sie die Micro-SD-Karte wieder in das Lesegerät. Jetzt wird die erstellte Partition boot erkannt. Hier sollten wir einige Änderungen vornehmen.

2.7 SSH: In der Partition boot die Datei ssh ohne Inhalt erstellen und abspeichern, damit wir später auf die  Secure Shell (Kommandozeile) zugreifen können.

Optional:

HDMI: In meinen Fall musste ich noch in der Partition boot die Datei config.txt ändern und den Parameter hdmi_safe=1 auskommentieren, da ich kein Bild auf dem Monitor hatte und feststellen wollte ob der Raspberry Pi auch wirklich komplett durchstartet. Dies hat mir bei der Fehlersuche (USB Problem) sehr geholfen.

sudo nano /boot/config.txt
# uncomment if you get no picture on HDMI for a default "safe" mode
hdmi_safe=1

WLAN: In der Partition boot die Datei wpa_supplicant.conf erstellen und folgenden Inhalt mit Ihren WiFi-Parametern hinzufügen:

country=DE
ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1
network={
ssid="WLAN-Name"
psk="Passwort"
}

3. SSD vorbereiten:

3.1 Stecken Sie die SSD an den USB-Port Ihres PCs und starten Sie den Raspberry Pi Imager.

3.2 Wählen Sie das identische Raspbian (siehe 2.2) aus.

3.3 Wählen Sie jetzt Ihre SSD aus.

Warnung: Versichern Sie sich zweifach, dass Sie wirklich die richtige SSD ausgewählt haben. Beim Flashen werden alle Daten auf dem gewählten Datenträger unwiderruflich gelöscht!

3.4 Starten Sie den Prozess mit Write. Dies kann eine Zeit lang dauern.

3.5 Nach dem erfolgreichen Flashen entfernen Sie die SSD vom USB-Port.

3.6 Beenden Sie den Raspberry Pi Imager und stecken Sie die SSD wieder in den USB-Port. Jetzt wird die erstellte Partition boot erkannt. Hier sollten wir einige Änderungen vornehmen.

3.7 SSH: In der Partition boot die Datei ssh ohne Inhalt erstellen und abspeichern, damit wir später auf die  Secure Shell (Kommandozeile) zugreifen können.

Optional: Siehe oben.


4. Erster Bootvorgang:

4.1 Stecken Sie die Micro-SD-Karte in Ihren Raspberry Pi und booten diesen, ohne dass die SSD an einem USB-Port angeschlossen ist.

4.2 Nachdem der Raspberry Pi vollständig gebootet hat (warten Sie ca. 1 Minute) schließen Sie die SSD an einen blauen USB 3.0 Port an. Die schwarzen USB-Ports sind USB 2.0 und diese wollen wir ja nicht verwenden. 

4.3 Machen Sie nach dem Booten kein Update/Upgrade oder sonstige Konfiguration sondern folgen Sie einfach den nächsten Schritten.


5. Quirks-Treiber:

Bei meinem verwendeten USB-SSD Adapter ICY BOX – IB-AC603a-U3 muss der Quirks-Treiber installiert werden. Hierbei wird der UAS-Modus (USB-Attached-SCSI protocol) deaktiviert und die Datenübertragungsrate reduziert, sowie USB 2.0 Befehle am USB 3.0 Port erzwungen. Immer noch besser als die Geschwindigkeit einer Micro-SD-Karte.

Bei anderen Adaptern ist dieser Schritt nicht notwendig. Da muss man ein wenig rumtüfteln um dieses Problem zu lösen. Ansonsten müssen wir warten bis der Kernel von Raspbian ein entsprechendes Update erfahren hat, wo das Laden des Treibers dann auch nicht mehr nötig ist.

5.1 SSH Login: Finden Sie die IP-Adresse des Raspberry Pis über Ihren Router oder eines IP-Scanners heraus. Loggen Sie sich per SSH auf dem Raspberry Pi ein.
User: pi | Passwort: raspberry

5.2 USB-SSD Adapter ID finden:

pi@raspberrypi:~ $ sudo lsusb
Bus 002 Device 002: ID 152d:0578 JMicron Technology Corp. / JMicron USA Technology Corp. JMS567 SATA 6Gb/s bridge
Bus 002 Device 001: ID 1d6b:0003 Linux Foundation 3.0 root hub
Bus 001 Device 004: ID 413c:2106 Dell Computer Corp. Dell QuietKey Keyboard
Bus 001 Device 003: ID 15d9:0a4d Trust International B.V. Optical Mouse
Bus 001 Device 002: ID 2109:3431 VIA Labs, Inc. Hub
Bus 001 Device 001: ID 1d6b:0002 Linux Foundation 2.0 root hub

Hier identifiziert sich die SSD am USB Bus mit der ID: 152d:0578

5.3 Backup von /boot/cmdline.txt: Als erstes machen wir eine Kopie von der aktuellen unveränderten Datei. Falls etwas schief geht können wir ein Restore der Datei machen um wieder von Micro-SD-Karte booten zu können.

sudo cp /boot/cmdline.txt /boot/cmdline.txt.bak

5.4 Quirks anwenden: Um den Treiber beim Booten zu laden müssen wir die Datei /boot/cmdline.txt ändern:

sudo nano /boot/cmdline.txt

Am Anfang der Zeile fügen wir usb-storage.quirks=152d:0578:u gefolgt von einem Leerzeichen ein. Bei anderen Adaptern oder Ergebnissen ist die ID entsprechend zu ersetzen.

Hinweis: Die Datei /boot/cmdline.txt muss eine einzige Zeile ohne Unterbrechungen (außer der Leerzeichen zwischen den Parametern) oder Zeilenumbrüche sein, ansonsten bootet der Raspberry Pi nicht mehr!

usb-storage.quirks=152d:0578:u console=serial0,115200 console=tty1 root=PARTUUID=ea7d04d6-02 rootfstype=ext4 elevator=deadline fsck.repair=yes rootwait quiet splash plymouth.ignore-serial-consoles

6. PARTUUID der SSD ändern:

6.1 Blockgeräte auflisten: Um die PARTUUID der SSD zu ändern müssen wir uns einen Überblick über alle angeschlossenen Blockgeräte verschaffen:

pi@raspberrypi:~ $ sudo blkid
/dev/mmcblk0p1: LABEL_FATBOOT="boot" LABEL="boot" UUID="6341-C9E5" TYPE="vfat" PARTUUID="ea7d04d6-01"
/dev/mmcblk0p2: LABEL="rootfs" UUID="80571af6-21c9-48a0-9df5-cffb60cf79af" TYPE="ext4" PARTUUID="ea7d04d6-02"
/dev/sda1: LABEL_FATBOOT="boot" LABEL="boot" UUID="6341-C9E5" TYPE="vfat" PARTUUID="ea7d04d6-01"
/dev/sda2: LABEL="rootfs" UUID="80571af6-21c9-48a0-9df5-cffb60cf79af" TYPE="ext4" PARTUUID="ea7d04d6-02"
/dev/mmcblk0: PTUUID="ea7d04d6" PTTYPE="dos"

Dabei ist die Micro-SD-Karte /dev/mmcblk0p2 mit der PARTUUID ea7d04d6-02 das aktuelle Root-Filesystem (rootfs). Die SSD /dev/sda2 hat hier die gleiche PARTUUID und muss nun eine andere PARTUUID erhalten, damit in Zukunft das Root-Filesystem der SSD verwendet wird. Dazu ändern wir einfach die PARTUUID der SSD zu ea7d0000-02.

6.2 PARTUUID ändern: Hierzu starten wir fdisk und geben folgende Kommandos ein:

p  -> Anzeigen der Device Info
x  -> In Expertenmodus wechseln
i  -> Indentifier neu vergeben ->  0xea7d0000 (0x nicht vergessen!)
r  -> Expertenmodus verlassen
w  -> Partitionstabelle neu schreiben

pi@raspberrypi:~ $ sudo fdisk /dev/sda

Welcome to fdisk (util-linux 2.33.1).
Changes will remain in memory only, until you decide to write them.
Be careful before using the write command.


Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 111.8 GiB, 120040980480 bytes, 234455040 sectors
Disk model: Generic
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 4096 bytes
I/O size (minimum/optimal): 4096 bytes / 4096 bytes
Disklabel type: dos
Disk identifier: 0xea7d04d6

Device     Boot  Start     End Sectors  Size Id Type
/dev/sda1         8192  532479  524288  256M  c W95 FAT32 (LBA)
/dev/sda2       532480 7397375 6864896  3.3G 83 Linux

Command (m for help): : x

Expert command (m for help): i

Enter the new disk identifier: : 0xea7d0000

Disk identifier changed from 0xea7d04d6 to 0xea7d0000.

Expert command (m for help): r

Command (m for help): w
The partition table has been altered.
Calling ioctl() to re-read partition table.
Syncing disks.

6.3 Kontrolle

pi@raspberrypi:~ $ sudo blkid
/dev/mmcblk0p1: LABEL_FATBOOT="boot" LABEL="boot" UUID="6341-C9E5" TYPE="vfat" PARTUUID="ea7d04d6-01"
/dev/mmcblk0p2: LABEL="rootfs" UUID="80571af6-21c9-48a0-9df5-cffb60cf79af" TYPE="ext4" PARTUUID="ea7d04d6-02"
/dev/sda1: LABEL_FATBOOT="boot" LABEL="boot" UUID="6341-C9E5" TYPE="vfat" PARTUUID="ea7d0000-01"
/dev/sda2: LABEL="rootfs" UUID="80571af6-21c9-48a0-9df5-cffb60cf79af" TYPE="ext4" PARTUUID="ea7d0000-02"
/dev/mmcblk0: PTUUID="ea7d04d6" PTTYPE="dos"

7. PARTUUID in /boot/cmdline.txt ändern:

7.1 Rootverzeichnis ändern: 

sudo nano /boot/cmdline.txt

Jetzt wollen wir das Rootverzeichnis von der Micro-SD-Karte auf die SSD in der Datei /boot/cmdline.txt umbiegen. Gebootet wird weiterhin von der Micro-SD-Karte, deshalb darf diese natürlich nicht entfernt werden. Dazu ändern wir root=PARTUUID=ea7d04d6-02 zu root=PARTUUID=ea7d0000-02.

Hinweis: Die Datei /boot/cmdline.txt muss eine einzige Zeile ohne Unterbrechungen (außer der Leerzeichen zwischen den Parametern) oder Zeilenumbrüche sein, ansonsten bootet der Raspberry Pi nicht mehr!

usb-storage.quirks=152d:0578:u console=serial0,115200 console=tty1 root=PARTUUID=ea7d0000-02 rootfstype=ext4 elevator=deadline fsck.repair=yes rootwait quiet splash plymouth.ignore-serial-consoles

8. SSD Test:

8.1 Von SSD starten:

sudo reboot

Da beim ersten Start der SSD fsck ausgeführt wird kann es etwas länger dauern bis der gesamte Speicherplatz überprüft wurde, besonders wenn Sie ein wirklich großes Laufwerk verwenden. Geben Sie dem ersten Bootvorgang etwas Zeit (Minuten) bevor Sie denken es hat nicht geklappt. Sobald die Prüfung abgeschlossen ist, wird das Laufwerk als sauber markiert und die Festplattenprüfung von nun an übersprungen.

8.2 Kontrolle:

pi@raspberrypi:~ $ findmnt -n -o SOURCE /
/dev/sda2

Sollte hier /dev/mmcblk0p2 ausgegeben wird weiterhin das Rootverzeichnis der Micro-SD-Karte benutzt und etwas ist schiefgelaufen.

Hinweis: Bei mir wurde die Datei ssh in der boot Partition der SSD aus mir noch unerklärlichen Gründen gelöscht. Somit konnte ich mich per ssh nicht mehr einloggen. Ich habe dann Monitor, Maus und Tastatur angeschlossen und SSH über den Pi Desktop mit der Raspberry Pi Konfiguration wieder aktiviert. Eine weitere Möglichkeit wäre die Datei über die Kommandozeile im Bootverzeichnis neu zu erzeugen:

sudo touch /boot/ssh

Was lief schief? Lösungen bitte in den Kommentaren.


9. /etc/fstab ändern:

9.1 Anzeige /etc/fstab:

pi@raspberrypi:~ $ cat /etc/fstab
proc            /proc           proc    defaults          0       0
PARTUUID=ea7d04d6-01  /boot           vfat    defaults          0       2
PARTUUID=ea7d04d6-02  /               ext4    defaults,noatime  0       1
# a swapfile is not a swap partition, no line here
#   use  dphys-swapfile swap[on|off]  for that

9.2 Update /etc/fstab:

sudo nano /etc/fstab

Das Rootverzeichnis ( / ) soll auf die SSD verweisen. Hierzu ändern wir die PARTUUID auf ea7d0000-02

9.3 Kontrolle:

pi@raspberrypi:~ $ cat /etc/fstab
proc            /proc           proc    defaults          0       0
PARTUUID=ea7d04d6-01  /boot           vfat    defaults          0       2
PARTUUID=ea7d0000-02  /               ext4    defaults,noatime  0       1
# a swapfile is not a swap partition, no line here
#   use  dphys-swapfile swap[on|off]  for that

Hinweis: Wir belassen die erste Partition (boot) auf der Micro-SD-Karte. Das ist wichtig, damit bei einem apt oder Aktualisierung der Firmware die Daten auf die Micro-SD-Karte geschrieben werden. Die Partition boot auf der SSD wird niemals verwendet. 

9.4 Reboot

sudo reboot

10. Partitionen und Größe des Dateisystems ändern

10.1 Partitionen ändern: Hierzu starten wir fdisk und geben folgende Kommandos ein:

p  -> Anzeigen der Device Info
d  -> Partition löschen
2  -> Partition 2
n  -> Partition erstellen
p  -> Typ Primär
2  -> Partition 2
532480  -> Erster Sektor
Enter  -> Letzter Sektor (hier 234455039)
N  -> Signatur nicht löschen
w  -> Partitionstabelle neu schreiben

pi@raspberrypi:~ $ sudo fdisk /dev/sda

Welcome to fdisk (util-linux 2.33.1).
Changes will remain in memory only, until you decide to write them.
Be careful before using the write command.


Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 111.8 GiB, 120040980480 bytes, 234455040 sectors
Disk model: Generic
Units: sectors of 1 * 512 = 512 bytes
Sector size (logical/physical): 512 bytes / 512 bytes
I/O size (minimum/optimal): 512 bytes / 512 bytes
Disklabel type: dos
Disk identifier: 0xea7d0000

Device     Boot  Start     End Sectors  Size Id Type
/dev/sda1         8192  532479  524288  256M  c W95 FAT32 (LBA)
/dev/sda2       532480 7397375 6864896  3.3G 83 Linux

Command (m for help):: d
Partition number (1,2, default 2): 2

Partition 2 has been deleted.

Command (m for help): : n
Partition type
   p   primary (1 primary, 0 extended, 3 free)
   e   extended (container for logical partitions)
Select (default p): p
Partition number (2-4, default 2): 2
First sector (2048-234455039, default 2048): 532480
Last sector, +/-sectors or +/-size{K,M,G,T,P} (532480-234455039, default 234455039): 234455039
Created a new partition 2 of type 'Linux' and of size 111.6 GiB.
Partition #2 contains a ext4 signature.

Do you want to remove the signature? [Y]es/[N]o: N

Command (m for help):: w

The partition table has been altered.
Syncing disks.

10.2 Reboot

sudo reboot

10.3 Laufwerksinformation anzeigen:

pi@raspberrypi:~ $ df -h
Filesystem      Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/root       3.2G  2.9G  179M  95% /
devtmpfs        1.8G     0  1.8G   0% /dev
tmpfs           2.0G     0  2.0G   0% /dev/shm
tmpfs           2.0G  8.6M  1.9G   1% /run
tmpfs           5.0M  4.0K  5.0M   1% /run/lock
tmpfs           2.0G     0  2.0G   0% /sys/fs/cgroup
/dev/mmcblk0p1  253M   53M  200M  21% /boot
tmpfs           391M     0  391M   0% /run/user/1000
/dev/sda1       253M   53M  200M  21% /media/pi/boot
/dev/mmcblk0p2   15G  2.9G   11G  21% /media/pi/rootfs

10.4 Größe des Filesystems ändern:

pi@raspberrypi:~ $ sudo resize2fs /dev/sda2
resize2fs 1.44.5 (15-Dec-2018)
Filesystem at /dev/sda2 is mounted on /; on-line resizing required
old_desc_blocks = 1, new_desc_blocks = 7
The filesystem on /dev/sda2 is now 29240320 (4k) blocks long.

Dies kann je nach Laufwerksgröße etwas dauern.

10.5 Kontrolle:

pi@raspberrypi:~ $ df -h
Filesystem      Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/root       110G  2.9G  103G   3% /
devtmpfs        1.8G     0  1.8G   0% /dev
tmpfs           2.0G     0  2.0G   0% /dev/shm
tmpfs           2.0G  8.6M  1.9G   1% /run
tmpfs           5.0M  4.0K  5.0M   1% /run/lock
tmpfs           2.0G     0  2.0G   0% /sys/fs/cgroup
/dev/mmcblk0p1  253M   53M  200M  21% /boot
tmpfs           391M     0  391M   0% /run/user/1000
/dev/sda1       253M   53M  200M  21% /media/pi/boot
/dev/mmcblk0p2   15G  2.9G   11G  21% /media/pi/rootfs

11. FERTIG!

Jetzt können Sie Ihre SSD mit Ihrem Raspberry Pi nutzen. Beachten Sie, dass weiterhin von der Micro-SD-Karte gestartet wird und dann auf das Rootverzeichnis der SSD gewechselt wird. Entfernen Sie deshalb nicht die Micro-SD-Karte!


Links:

https://jamesachambers.com/raspberry-pi-4-usb-boot-config-guide-for-ssd-flash-drives/

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5 KOMMENTARE

  1. Ich habs jetzt aufgegeben, 3 RPI4, 3 verschiedene ssd, keine Chance, nur Probleme, egal in welcher Kombination.
    Der erste Boot von ssd dauert ewig, nach den Einstellungen die er beim ersten Start will, passiert nach dem reboot nichts mehr.
    Das full-image ging gar nicht, nur das kleinste mit ach und krach. Als das dann endlich lief, ging nach 3 Monaten die SSD kaputt, nach angeblich 3,5TB Schreibzugriff. Keine Ahnung wo die Datenmengen herkamen, war nur iobroker mit einer Instanz drauf.
    Ich bleibe vorerst bei meinem pi3, muss ich halt wegen des geringen Arbwéitspeichers 2 laufen lassen, aber die funktionieren.

  2. Hallo das selbe Problem habe ich auch RPI 4 Ich habe es mit einer neuen SD-Speicherkarten 16GB,32GB,64GB so wie 2 Neuen SSD 128GB sowie 240GB nach dem Reboot ging nix mehr und schließe ich sie an meine PC an ist alles ok SD sowie SSD

    bitte um Hilfe

  3. Hallo, tolle Anleitung! Habe RPI-4B-4GB mit 32GB SD-Karte. Habe mit der Anleitung eine SSD EVO860-250GB ans Laufen gebracht. Auf dem System läuft Raspian Buster mit ioBroker.
    Danke für die übersichtliche Anleitung.

  4. Hallo, soweit klappt alles bei mir auf meinem RPI 3b+!
    allerdings wenn ich das Filesystem sda2 erweitern möchte kommt bei dem Befehl „sudo resize2fs /dev/sda2“ die Meldung:

    pi@raspberrypi:~ $ sudo resize2fs /dev/sda2
    resize2fs 1.44.5 (15-Dec-2018)
    resize2fs: Bad magic number in super-block while trying to open /dev/sda2
    Couldn’t find valid filesystem superblock.

    was hat das zu bedeuten und wie löse ich das Problem?

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